„Live is life“ sang Opus in den 1980er Jahren – aber für das Marketing gilt: live ist eben nicht gleich live. Denn so wichtig Live-Kommunikation für die Marketing-Abteilungen geworden ist, so sehr unterscheiden sich die Tools dafür. Vor allem Live-Blogs, Live-Streams und Social Walls finden ihren Einsatz auf innovativen Veranstaltungen. Und jedes dieser Tools bietet ganz eigene Möglichkeiten für das Event, um das Live-Erlebnis so für alle noch spürbarer zu machen. Doch wie sehen diese Tools jeweils aus – und am wichtigsten: welche Vor- und Nachteile bieten sie?

Live-Streams – ein Stream für alle

Live-Streams haben in den letzten Jahren vor allem ihren Siegeszug gegen das klassische Fernsehen angetreten – Fußballspiele oder TV-Events lassen sich inzwischen meistens durch Live-Stream online verfolgen und nicht mehr über die klassische Flimmerkiste. Egal ob Sportereignis oder anderes Event, ein Live-Stream überträgt 1:1, was geboten wird – und darin liegt auch das Problem der Live-Streams. Ein 90-Minuten-Fußballspiel lässt sich noch von Anfang bis Ende verfolgen, schwieriger wird es, wenn Events länger dauern. Wer hat schon die Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit für einen Live-Stream von mehreren Stunden? Darum lohnt sich ein Live-Stream vor allem dann, wenn die Zeiträume für den Live-Stream gut zu überschauen sind oder genaue Zeitfenster für besondere Highlights ausgewählt werden, als eine Art punktueller Live-Stream, der ein Event ergänzt. Wenn ein Event mehrere „Kampfschauplätze“, wie parallel laufende Sessions, beinhaltet, müssen zudem entweder mehrere Streams eingerichtet werden oder man muss sich für einen Programmteil entscheiden – beides schränkt das unmittelbare Erleben eines Events wieder ein.

Vorteile eines Live-Streams:

+ Unmittelbarer Broadcast von Ereignissen – authentisch und ohne Filter

+ Gemeinsames Erleben eines Events auch für Außenstehende möglich

Nachteile eines Live-Streams:

– Über längere Zeiträume fehlt die Konzentration

– Highlights werden nicht weiter hervorgehoben

– eignet sich nicht für jede Art von Event

– Zeigen auch mögliche Probleme und Fehler des Events live und ungefiltert

 

Live-Blog – ein Blog für alle

 

Mit einem Live-Blog gelingen verschiedene Sachen: zum einen kann ein Event live und authentisch abgebildet werden, zum anderen geschieht dies aber kuratiert und mit rotem Faden. Denn für einen Live-Blog arbeiten ein oder mehrere Live-Blogger gemeinsam mit Fotografen, um so aus Texten, Bildern und Videos das Event multimedial abzubilden. Dabei wechseln sich diese Beiträge noch mit Social Media-Posts ab, die in den Live-Blog eingebaut werden können. Darin schneidet sich der Live-Blog mit der Social Wall – auch wenn bei ihm der Fokus auf dem Best of der Social Media-Posts liegt und diese passend zum restlichen Live-Blog eingefügt werden können. Ein Live-Blog ist vor allem für zwei Gruppen spannend: zum einen für die Teilnehmer, die sich selbst und das Event dort wiederfinden, aber zum anderen auch für die User, die den Live-Blog von außerhalb des Events lesen. Das sorgt oft für neue Teilnehmer für ein Event – denn ein Live-Blog macht neugierig darauf, das Beschriebene beim nächsten Mal selbst erleben zu können.

Alle Inhalte des Live-Blogs lassen sich zudem wunderbar „recyclen“: in Artikeln und Re-Posts nach dem Event, in denen die Kommunikationsabteilung auf das Material im Live-Blog zurückgreifen kann. Auch Videos finden Platz auf dem Live-Blog, und gerade diese bieten oft gutes Material für das nächste Image-Video. Und wer statt einzelner Videos doch zumindest teilweise einen Live-Stream wünscht, für den bieten Unternehmen wie storytile neben dem Live-Blog noch Lösungen für einen zusätzlichen Live-Stream als Ergänzung an.

Vorteile eines Live-Blogs:

+ Multimediale Zusammenfassung des Events: in Texten, Bilder, Videos und Social Media-Posts

+ Ein Live-Blog erreicht auch Außenstehende

+ Ist auch unterwegs oder von anderen Orten als auf dem Event gut zu verfolgen (v.a.

+ Die Beiträge lassen sich nach dem Event leicht in weiterführende Artikel oder Image-Videos umbauen

Nachteil eines Live-Blogs:

– Man braucht geeignete Blogger (externe Profis oder interne Mitarbeiter, die nur für diese Aufgabe auf dem Event eingeteilt sind), die den Live-Blog mit genügend Zeit und Sorgfalt kuratieren

Beispiele für Live-Blogs:

 

Social Wall – ein Hashtag für alle

Das Ziel einer Social Wall ist vor allem eines: die Gäste eines Events und all deren sozialen Kanäle zu aktivieren. Denn auf einer Social Wall werden alle Posts der Event-Teilnehmer zu einem (oder mehreren) bestimmten Event-Hashtag gebündelt und online präsentiert. Das ist bunt und schnell, allerdings vor allem auch nur wenig stringent und nicht kuratiert. Denn natürlich posten die Teilnehmer genau das, was ihnen in diesem Moment einfällt und gefällt, ein roter Faden fehlt. Zusätzlich konzentriert sich eine Social Wall zwangsläufig auf Twitter, weil es in Deutschland das meist genutzte öffentliche soziale Medium ist – Facebook und Instagram sind zwar auch sehr beliebt, aber werden von vielen eher privat gehalten. Zudem ist Twitter in Deutschland fest in der Hand von Medienleuten. Wer also auf Teilnehmer aus anderen Bereichen hofft, wird oft vergebens auf Tweets zum Füllen der Social Wall warten oder muss sein Publikum nochmal extra animieren, zahlreich und vor allem auch mit Bildern den Hashtag einzusetzen.

Vorteile einer Social Wall:

+ Einbinden aller Event-Teilnehmer mit dem richtigen Event-Hashtag

+ Zusammenbringen vieler Perspektiven, Meinungen und Autoren in einem Format

+ Live, schnell und bunt

Nachteile einer Social Wall:

– Nur Teilnehmer, die selbst Accounts in sozialen Netzwerken haben, können daran teilnehmen

– In Deutschland „füttert“ sich eine Social Wall fast ausschließlich aus Twitter (da meist genutztes offenes Netzwerk)

– Das Publikum postet, was es will – ob das wirklich abwechslungsreich oder qualitativ  ist, kann nicht vollständig geplant werden

– Um die Beiträge qualitativ hochzuhalten und problematische Posts einzugrenzen, braucht man eine Art Kurator

Egal, für welches Tool man sich entscheidet: Live-Blogs und Co. machen noch viel mehr aus einem Event – und vor allem viel länger. Denn sie sorgen dafür, dass der Live-Faktor einer Veranstaltung in Form eines Blogs, eines Streams oder einer Social Wall noch über einen langen Zeitraum festgehalten werden kann. Live ist also wirklich nicht nur live und flüchtig – manchmal ist live auch sehr lange andauernd und beständig.

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