Barrierefreiheit ist für Messe- und Konferenzzentren kein neues Thema. Spätestens bei einem Neubau oder einer umfassenden Sanierung/Modernisierung sind barrierefreie Aspekte bei der baulichen Gebäudegestaltung verpflichtend einzubinden.

Hierbei geht es darum, allen Besuchern mit und ohne Behinderung gleichberechtigt einen eigenständigen und uneingeschränkten Zugang zur Messe zu ermöglichen.

So sollten alle Messebereiche mit einem nahvollziehbaren Leit- und Orientierungssystem versehen sein, das entsprechend der DIN 18040-1 (Regelungen zur Barrierefreiheit für öffentlich zugängliche Gebäude) mit mindestens zwei Sinnen zu erfassen ist. Optimal sind visuell kontrastreich gestaltete Beschilderungen, die für alle Besucher, insbesondere für Menschen mit Seheinschränkungen gut wahrnehmbar und erkennbar sind. Gleichzeitig sollten Übersichtspläne und Beschilderungen in greifbarer Höhe haptischen Informationen in Profil- und Braillscher Blindenschrift für blinde Besucher geben.

Eingangs- und Flurbereiche die mit ebenen, berollbaren Oberflächen ohne Treppenstufen gestaltet sind, sind für alle Besucher, auch mit Rollkoffern, komfortabel, und für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator notwendig, um selbständig überall hin zu kommen. Gleichzeitig sind natürlich Anlieferer und Techniker dankbar für alle Bereiche, die sie reibungslos mit ihren Transportwagen befahren können.

Vielerorts sind Angebote auf Nachfrage buchbar, die eine barrierefreie Nutzung möglich machen. Dies sind z.B. Miet-Rollstühle oder spezielle Messeführungen für Besucher mit Hör- oder Seheinschränkungen.

Wenn es Besuchern ermöglicht wird, barrierefrei das gesamte  Messegelände zu nutzen, ist es nur sinnvoll, dass die Messeaussteller sich diesem Konzept anschließen.  Öffnen Sie Ihren Stand für alle, lassen sie keinen potentiellen Kunden von dannen ziehen.

Wir zeigen Ihnen mit unseren 10 Tipps, wie sie Ihren Messeauftritt verbessern können und Kunden gewinnen

  1. Barrierefreies Messestandkonzept

Beziehen Sie bei der Planung ihres Messeauftritts die Barrierefreiheit mit ein. Ihr Konzept ist entscheidend, ob Sie alle Kunden erreichen. Früh eingebunden lassen sich unnötige Mehrkosten für barrierefreie Elemente so gering wie möglich halten oder sogar vermeiden

  1. Voll dabei mit allen Sinnen

Achten Sie bei der Planung Ihres Messestands darauf, dass die von Ihnen präsentierten Informationen oder Exponate immer mit mehreren Sinnen erfasst werden können, also visuell und haptisch oder akustisch, damit seheingeschränkte Besucher auch von Ihrem Angebot profitieren. So können visuelle Darstellungen wie Bilder, Videos, grafische Botschaften am Stand  auch akustisch, durch die Vertonung von Informationen, durch Apps und natürlich durch persönliche Gespräche ergänzt werden.

  1. Stufenlos mit Sinn und Verstand

Die Idee erhöhte Messestandflächen über Rampen zu erschließen ist ein zielführender Ansatz, da die Zugänglichkeit für alle, die mit Rollen unterwegs sind, gegeben ist.  Kein Aussteller möchte wertvolle Standfläche durch Rampen verlieren. Deshalb ist es wichtig, sich von Anfang an Gedanken darüber zu machen, wie Rampen funktional und gestalterisch eingesetzt werden.

Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps für den richtigen Einsatz von Rampen zusammengestellt:

  • die Neigung einer Rampe sollte max. 6% betragen- ein Gefälle, das alle bewältigen können.
  • Setzen Sie Rampen als gestalterisches Element und zur Besucherführung ein. Leiten Sie über eine Rampe an prominenter Stelle alle (!) Besucher gleich ins Standinnere, dort wo die Besucher von Ihrem Standpersonal direkt begrüßt werden. Eine kontrastreiche Gestaltung zu den restlichen Standbereichen betont die Leitfunktion visuell. Rampenenden benötigen ebene Bewegungsflächen. Endet der Weg vor einer Wand oder einem stehtischhohen Tresen, kann sich kein Gespräch entwickeln.
Beispiel für eine gelungene Führung der Besucher über die Rampe ins Messestandinnere
  1. Platz nehmen und Platz haben

Planen Sie auf Ihrem Stand Mischbestuhlung ein mit Gesprächspunkten in Sitzhöhe möglichst mit unterfahrbaren Tischen sowie Stehtischen oder –pulten. So ermöglichen Sie allen Besuchern eine angenehme Gesprächssituation. Berücksichtigen Sie dabei ausreichend Bewegungsflächen, um sich bequem auf der gesamten Standfläche bewegen zu können

5. Informationen auf Sichthöhe

Informationen für alle Besucher zugänglich zu machen fängt schon damit an, Flyer und Prospekte nicht nur auf Stehtischen auszulegen, da sie für Rollstuhlfahrer und kleine Menschen kaum einsehbar sind. Nutzen Sie z.B. gestufte Prospekthalter in unterschiedlichen Griffhöhen

  1. Größer ist besser

Das gilt zumindest für Claims und andere Schriften und Texte, die an Ihrem Messestand verwendet werden. Nutzen Sie serifenfreie Schriften und gestalten Sie Texte kontrastreich. Besucher mit Seheinschränkungen können sich so schnell und selbstständig über Ihr Angebot informieren und auf Ihrem Messestand orientieren

  1. Die Technik macht’s!

Nutzen Sie moderne Technik – Apps oder Podcasts, die vor Ort von den Besuchern genutzt und gehört werden können, stellen auch Menschen mit Seheinschränkungen Ihr Angebot und Ihre Leistungen umfassend vor

  1. Klare Farben für mehr Durchblick

Nutzen Sie in Ihrer gesamten Gestaltung kontrastreiche Farben – sie ermöglichen eine schnelle Orientierung auf Ihrem Stand und bieten zudem optische Highlights

  1. Kommunikation ist alles!

Kommunizieren Sie von Anfang an über Ihr Vorhaben, Ihren Messestand barrierefrei zu gestalten. Nehmen Sie Ihre Dienstleister mit ins Boot – sie setzen schließlich Ihre Vorgaben in der Praxis um. Kommunizieren Sie aber auch Ihr Ziel, einen Messestand für alle Besucher zu gestalten, in der Öffentlichkeit und werben Sie damit. So erreichen Sie weitere Besuchergruppen, die sich von Ihrem barrierefreien Angebot angesprochen fühlen

  1. Setzen Sie Standards fest

Was einmal gelingt, kann als Standard für weitere Messeauftritte dienen. Barrierefreiheit ist keine Einmalaktion und mit fundierten Standards können Sie bei jedem Messekonzept – ganz gleich wie groß die Standfläche ist – auf die barrierefreien Basics zurückgreifen und diese anwenden

Von Anfang an eingebunden ermöglichen Ihnen diese Aspekte einen für alle Besucher frei und offen zugänglichen Messeauftritt und stellt so eine lückenlose Fortsetzung barrierefreier Konzepte Ihrer Messelocation dar. Ein lückenloses Gesamtkonzept, das für alle Besucher, für die Messelocation und letztlich für Sie als Aussteller ein Gewinn ist.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here